CDU Forderung Testkapazitäten erhöhen

14.04.2021, 17:20 Uhr
Setzen auf Erweiterung der Schnelltestkapazitäten: Aysegül Winter, Ralf Harz, Hubert Peter, Manfred Schöne, Thomas Mader und Lisa Elbracht vom CDU-Ortsverband Rheda beziehungsweise aus der CDU-Fraktion. Das Foto ist auf dem Rathausplatz Rheda entstanden.
Setzen auf Erweiterung der Schnelltestkapazitäten: Aysegül Winter, Ralf Harz, Hubert Peter, Manfred Schöne, Thomas Mader und Lisa Elbracht vom CDU-Ortsverband Rheda beziehungsweise aus der CDU-Fraktion. Das Foto ist auf dem Rathausplatz Rheda entstanden.

Allerorten öffnen in den Innenstädten Corona-Schnelltest-Stationen – schließlich ist ein Einkauf in Geschäften weitgehend nur unter Vorlage eines aktuellen Negativergebnisses möglich. Auch für Rheda-Wiedenbrück fordern Kaufleute eine Ausweitung der Kapazitäten.

 Unterstützung gibt es bekanntlich von der CDU-Fraktion im Stadtrat. Auf einen ersten Vorstoß in diese Richtung hatte die Stadtverwaltung aus Sicht der Christdemokraten, vor allem jenen aus dem Ortsverband Rheda, mit einer enttäuschenden Stellungnahme reagiert. Kern der Aussage war, dass nicht die Kommune, sondern der Kreis zuständig sei für die Ausweitung von Kapazitäten. 

Bewegung in der Sache

Inzwischen ist viel Bewegung in die Sache gekommen. Weil man nicht nur schlaue Ratschläge von der Seitenlinie geben, sondern inhaltlich liefern und Gestalter des Konzepts sein wolle, hat sich zum einen die CDU vielfältige Gedanken gemacht. Zum anderen befindet sich auch die Stadtverwaltung offenbar seit geraumer Zeit in Gesprächen mit verschiedenen Akteuren. Der Erste Beigeordnete Dr. Georg Robra konnte im Gespräch mit dieser Zeitung am Dienstag mit einer ersten Erfolgsmeldung aufwarten: Die Bären-Apotheke in Rheda werde in Kürze ebenfalls Schnelltests für Bürger anbieten, kündigte er an. 

Wie berichtet, ist die CDU der Auffassung, dass die Testkapazitäten in der Stadt erhöht werden müssen – um Infektionsherde zu erkennen, aber auch, um schrittweise zu mehr Normalität zurückkehren zu können, wozu zweifelsohne ein Einkaufsbummel zählt. Viele Gewerbetreibende seien verzweifelt, sagt Fraktionschef Thomas Mader. „Sie brauchen nun kurzfristige Lösungen, um ihr Geschäft abzusichern.“ 

Testen im Baumarkt?

Die Christdemokraten schlagen ein zweigleisiges Vorgehen vor: zum einen ein Großtestzentrum beispielsweise in der Stadthalle oder im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt, zum anderen kleinere Ableger in den Innenstadtbereichen. Die Gesamtorganisation soll eine Institution übernehmen – präferiert wird die Kommune. Aber auch Rotes Kreuz, Apotheken beziehungsweise ein Eventservice, mit dem die CDU bereits Kontakt aufgenommen hat, seien denkbar. 

Ideenreiche CDU

Selbst mit Logistik, erforderlichem Equipment und der Personalfrage hat sich die CDU beschäftigt. Sie bringt Feuerwehr, DRK, DLRG, in Kurzarbeit befindliche Verwaltungsmitarbeiter, Malteser, Johanniter und andere ins Gespräch. Es sei ausreichend, wenn eine Person mit Sanitäterschein die Aufsicht führe, sagt die CDU. Facheinweisungen für die Abstrichnahme könnten von Ärzten im Ruhestand vorgenommen werden. Sie haben der Fraktion zufolge bereits Unterstützung zugesagt.

Hoheit liegt beim Kreis

Die erste Stellungnahme aus dem Rathaus – sie bedarf einer Präzisierung. So liegen die Aufgabe der Schaffung von Testkapazitäten und die Umsetzungshoheit zwar beim Kreis, die Stadt allerdings ist Teil des Ganzen. „Insofern haben wir gemeinsam ein vitales Interesse daran, dass das Angebot ausreichend und bürgernah ist, sich außerdem gut in den Alltag integrieren lässt“, sagt Rheda-Wiedenbrücks Erster Beigeordneter Dr. Georg Robra. 

Stadt ist am Ball

Insgesamt betrachtet sei festzustellen, dass die Rheda-Wiedenbrücker regen Gebrauch von den Möglichkeiten zur Abstrichnahme machten. Vor allem vor den Osterfeiertagen. „Wenn ich nun möchte, dass nicht nur punktuell getestet wird, muss ich schauen, ob ich die Möglichkeiten erhöhen kann“, erläutert der Beigeordnete. 

Genau an diesem Punkt befindet sich die Verwaltung Dr. Robra zufolge. Auf Initiative der Stadt sei es zunächst am Kreis, das System zu bewerten. Gleichzeitig ist die Verwaltungsspitze aktiv auf Apotheker, Ärzte und andere Akteure zugegangen. Zentrale Frage sei: „Können wir die Kapazitäten erhöhen und darüber hinaus an weiteren Orten im Stadtgebiet etablieren?“ Gegebenenfalls müsse man stärker die Mitte betrachten, also den Bereich zwischen Rheda und Wiedenbrück. Derlei Überlegungen, zu denen auch eine Drive-in-Testmöglichkeit zählt, würden derzeit in Gesprächen konkretisiert. Allerdings immer unter der Maßgabe, dass das Kreisgesundheitsamt den Hut aufhat. 

Am Geld soll es nicht scheitern

Ließe sich zur Finanzierung von Testzentren nicht sogar der Corona-Hilfsfonds anzapfen? Oder kämen Mittel aus dem Bereich Wirtschaftsförderung infrage? „Wir gehen davon aus, dass die Aufwandsentschädigungen kostendeckend und gewinnversprechend sind“, sagt Dr. Georg Robra. Gleichwohl will sich die Verwaltung gegenüber einer pekuniären Unterstützung – und wenn es in Form von Überlassung geeigneter Flächen ist – nicht verschließen. 

Pragmatisch orientiert

Dr. Georg Robra ist zuversichtlich, dass es kurzfristig gelingen wird, die bestehenden Testkapazitäten noch über das avisierte Angebot der Rhedaer Bären-Apotheke hinaus erhöhen zu können. „Wir sind pragmatisch orientiert“, macht der Beigeordnete deutlich, dass die Verwaltung weitere Eisen im Feuer hat. Allerdings sei noch nichts spruchreif. Zuletzt wird die Personalfrage zu klären sein. „Neben der Quantität ist schließlich die Qualität ein wichtiges Kriterium.“

Neubewertung erforderlich

Unternehmen müssen ihren Beschäftigten künftig Coronatests anbieten. Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine entsprechende Verordnung zum Arbeitsschutz beschlossen. „Diese Regel gilt für alle Beschäftigten, die nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten können“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin. Möglich seien der Einsatz von Schnell-, PCR- und auch Selbsttests, sagte Heil. Unternehmen könnten auch mit Dienstleistern arbeiten – etwa mit der Apotheke um die Ecke. Vorgesehen ist, dass Betriebe ihren Beschäftigten einmal pro Woche ein Angebot zur Abstrichnahme machen. 

Zwangsläufig führt die Entscheidung der Bundesregierung zu einer noch differenzierteren Bewertung der Kapazitäten in Rheda-Wiedenbrück. Weil nämlich Betriebe den Aufwand scheuen oder in den meisten Fällen kaum Möglichkeiten haben, eigene Strukturen aufzubauen, werden manche ihre Beschäftigten an jene Stellen verweisen, die bereits zertifizierte Abstriche vornehmen. Das ohnehin überschaubare Angebot wird dadurch noch knapper.

 Quelle: "Die Glocke"